Montag, 11. Juni 2012

Capecoast und Elmina


Letztes Wochenende war.. Tomma mal wieder krank. Da wir aber ein tolles Wochenende geplant hatten und es dann doch nur ein bisschen Fieber war, ging es um acht Uhr morgens los  Richtung CapeCoast.
Es war Freitag, ein Feiertag. African Union, deswegen hatten wir keine Schule. Es ging dann doch erst um eins los.. aber immerhin saßen wir dann tatsaechlich im Trotro. Wir wollten nach CapeCoast um ein paar Souveniers und Kleidung zu kaufen und am Samstag nach Elmina, wo wir das Elmina Castle besichtigen wollten.  Elmina liegt nahe an CapeCoast und beide Staedte sind am Meer gelegen.
Gegen drei Uhr kamen wir an. Da wir nur fuer‘s Wochenende bleiben wollten, waren unsere Taschen nicht allzu schwer und wir beschlossen erst ein wenig durch die Strassen zu schlendern bevor wir unser Hotel suchten. Wir hatten schon gebucht! Bevor wir los liefen, suchten wir nach einer Bank, die wir schnell fanden. Dank Aspirin waren Tomma und ich bester Laune..  Doch bevor die Shoppingtour losgehen konnte mussten wir noch ganz dringend aufs Klo. Maedchen eben. Das stellte ein groeseres Problem dar. Keiner der einmal in Ghana gelebt hat wird verneinen, dass man in Ghana nicht einfach ueberall hinpinkeln kann. Die AbwasserGatter sind ueberall. Eigentlich ist nicht einmal ein Gatter noetig, egal wann egal wo, wenn man sich genau umschaut findet man garantiert jemanden der gerade pinkelt. Nun sind Tomma und ich aber leider weisse Maedchen, weshalb die Aufmerksamkeit stark auf uns gerichtet ist, also faellt dass irgendwo hinpinkeln weg. Wir setzten uns in einen fast edel aussehenden Spot (in Ghana Bar means Spot) mit der Hoffnung auf ein Klo. Seltsam, der Spot war leer. Wir setzten uns an einen Tisch und warteten. Das koennen wir, das haben wir gelernt. „Bestimmt schlaeft da jemand hinter der Bar“ So war es dann auch, ich ging zur Bar und entdeckte eine Kellnerin, die sich dann langsam, sehr langsam (wir dachten sie schläft gleicht wieder ein) zu unserem Tisch ging. Für die Höflichkeit bestellten wir erst Getränke, bevor wir nach einem Klo fragten (was die Kellnerin zunächst nicht verstand und uns woanders hinschicken wollte, ich unser Bedürfnis dann aber mit „We really have to pee!“ deutlich machen konnte) . Nachdem wir Getränke fanden, die auch gerade vorrätig waren, wurden wir endlich zu einem Klo gebracht, bzw. eine Rinne hinter einer Tür. Zu den Getränken gab’s dann noch eine leckere, scharfe Wurst und gestärkt begannen wir unseren Shoppingmarathon.  Shoppen in Ghana ist allerdings ein wenig anders als in Deutschland und Tomma und ich wurden erst mit der Zeit zu Experten des Handelns.  Zu Beginn mussten wir leider immer so sehr lachen, dass uns die Verkäufer sowieso nicht mehr ernst nahmen.  Aber dann.. machten wir die Schnäppchen (;
In einem Supermarkt fanden wir Kaese, das fanden wir total super. Denn Käse gibt es eigentlich nie in Ghana. Wir hatten ein leckeres Essen in unserem Hotel und da Tomma doch ziemlich krank war gingen wir dann in unser Zimmer.. redeten noch ein bisschen.. und assen kaese.
Am nächsten Tag machten wir uns auf nach Elmina. Wir wussten leider von keinem Hotel und so schalteten wir unser Bauchgefuehl ein und folgten einem Maedchen, das uns im Trotro erzaehlt hatte sie kenne ein gutes aber nicht teueres Hotel. Das hatten wir zumindest verstanden, denn viel Englisch konnten wir nicht. Wir liefen mindestens eine halbe Stunde hinter ihr her.. und nicht unbedingt auf den Hauptsrassen. Sie fuehrte uns durch irgendwelche Hinterhoefe und wir bekamen es schon fast mit der Angst zu tun.. Aber in Ghana will einem doch kaum einer was boeses.. Das Hotel war sehr ordentlich und sogar ziemlich billig. Ersteinmal mussten wir uns erholen.. Doch dann bekamen wir Hunger. Wir liessen alles stehen und liegen und machten uns auf den Weg essen zu finden. Wir stelten fest, dass das Hotel gar nicht abgelegen sondern perfekt in Strand- und Burgnaehe lag. Genial dachten wir, das ist Ghana fuer dich.
Eine nette Frau mit einem sehr huebschen laecheln erklaerte uns dann den Weg zu einer netten Chopbar, wie sie sagte, war es der einzige Platz wo wir gutes Essen bekommen koennten. Wir wunderten uns, hatten baer Hunger und ja.. vermutlich gehoerte der Platz einem Freund von ihr aber was solls. Wir stiegen in ein Taxi, der Driver kannte den Ort und los gings.
„Sag mal.. wie heisst eigentlich unser Hotel?“ Plötzlich wurde uns bewusst, dass wir weder wussten wie das Hotel hiess noch einen Strassennamen kannten. Und wir hatten beide Handys im Hotel gelassen.. (weil wir sowas ja nciht brauchen). Wir waren etwas geschockt... Kamen dann aber an dem kleinen Restaurant an und genossen erstmal die Gesellschaft tausender Muecken und das Essen.
Wie wuerden wir zurueck kommen? Plan: Dropping und dann nach gefuehl. Dropping bedeutet man steigt ins Taxi und sagt dem Fahrer wo man hinwill, dieser faehrt einen dann genau da hin und nimmt keine anderen passagiere mit. Wir brauchten einen netten Fahrer, der mit uns suchen wuerde. Wir hileten ein Taxi an ich sah sein Laecheln und wusste, das ist er. Wir stiegen ins Taxi und erzaehlten ihm lachend aber besorgt von unserer Situation. Er war soooo nett. Er wuerde jedes Hotel mit uns abfahren bis wir es finden wuerden. Die Fahrt war sehr spaßig und wirfanden das Hotel dann doch sehr schnell. Wir fragten was das Dropping kosten wuerde, wir wuerden verstehen wenn er mehr will denn es war wirklich eine Suche gewesen. Und er war total nett und witzig. Er sagte „oh whatever u can give“ Was immer wir ihm geben wuerden.  
Am naechsten Morgen gingen wir zum Castle. Die Burg beeindruckte mich wirklich. Direkt am Meer.. dann ihre Geschichte...  Leider wurde Tomma waehrend der Fuehrung etwas schwindelig so bekamen wir nur die ersten 5minuten mit und gingen dann zum Restaurant. Als es ihr besser ging, handelten wir den netten Mann aus dem Souveniershop in Grund und Boden und verliessen Elmina dann mit vielen Tueten und strahlenden Gesichtern. „Shoppingwochenende..“ mit ein bisschen Kultur.  Das ist das schoene an meinem Leben hier, egal was ich mache.. es kann  einfach nur „Shoppen“ sein aber man steckt so tief in der Kultur, man sieht die Menschen, amn handelt mit ihnen, man trifft Leute im Hotel, man setzt sich staendig mit der Kultur eines eigentlich fremden Landes auseinander. Man bildet sich Meinungen verallgemeinert und erkennt im naechsten Moment, dass man nie verallgemeinern darf, weil irgendjemand sich wieer anders verhaelt oder irgendetwas passiert, dass wieder ein neues Bild ergibt.





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